Ich will sie in eine Wüste führen und freundlich mit ihr reden. Hos. 2,16.

Die Güte Gottes sieht, dass die Sünde uns lockt und beschließt die
mächtigeren Lockungen der Liebe an uns zu versuchen.

Erinnern wir uns nicht, welche Anziehungskraft der Freund unserer Seele
zuerst auf uns ausübte und wie er uns von den Bezauberungen der Welt
weglockte?

Das will er immer wieder tun, wenn er uns in Gefahr sieht, vom Bösen
umstrickt zu werden.

Er verheißt, uns beiseite zu nehmen; denn so kann er am besten auf uns
einwirken, und der Ort, an den er uns führt, soll nicht ein Paradies sein,
sondern eine Wüste.

Weil dort nichts ist was unsere Aufmerksamkeit von Gott ablenkt.

In der Wüste der Trübsal wird die Gegenwart des Herrn alles für uns. Dann liegt
uns sehr viel mehr an der Gemeinschaft mit ihm als in Zeiten, in denen wir
unter unserm eigenen Weinstock und Feigenbaum in der Gesellschaft unserer
Gefährten saßen. Einsamkeit und Leiden bringen mehr Menschen zu sich
selber und zu Gott als irgendwelche anderen Mittel.

Wenn wir so angelockt und in die Einsamkeit geführt sind, hat der Herr uns
köstliche Dinge zu unserm Trost zu sagen.

„Er redet zu unserm Herzen“, heißt es im Original.

Wenn uns doch heute diese Verheißung durch unsere eigene Erfahrung
ausgelegt würde!

Gelockt durch Liebe, abgesondert durch Leiden und getröstet durch den Geist
der Wahrheit, das ist der Weg, den Herrn zu erkennen und neue Freudenlieder
anzustimmen.


C. H. Spurgeon