Nun komme ich doch zu euch, obwohl mein Notebook heute eigentlich nicht eingeschaltet werden sollte.
Ich möchte die heutige Kühner-Geschichte mit einem Text über die Geduld ergänzen.



Vielen Menschen – auch Christen - fehlt es an Geduld. Kein Wunder,
ist doch unsere hektische und stressige Zeit ausgesprochen geduldfeindlich.

Ich las eine schöne Geschichte von einem Ehepaar. Der Mann hatte
eine hübsche und angenehme Partnerin gefunden und geheiratet.
Nach kurzer Ehezeit entpuppte sich die Frau jedoch als eine faule und
schlampige Person. Sie kochte miserabel, wenn sie überhaupt kochte,
und ließ Haus und Garten vermüllen. Der Mann wagte nicht, jemanden
einzuladen.

Gute Freunde rieten ihm dringend, sich scheiden zu lassen, um das Elend
zu beenden. Aber das sah der Mann nicht ein und sagte zu seinen Freunden:
„Ich bin meiner Frau zu großem Dank verpflichtet. Ihre Art hat mich Geduld
gelehrt, und ich lerne sie täglich neu. Dadurch kann ich die wirklichen
Belastungen im Beruf und die Unannehmlichkeiten im Leben viel leichter
ertragen.“

Der Mann ist ein Lebenskünstler. Er hat gelernt: Leid macht geduldig. Und
Geduld vertieft und festigt den Glauben. Ein chinesisches Sprichwort sagt:
„Ein Augenblick der Geduld kann vor großem Unheil bewahren. Ein Augen-
blick der Ungeduld kann ein ganzes Leben zerstören.

Denn Leid macht geduldig, Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben,
und das wiederum gibt uns Hoffnung.
Römer 5, 3-4


Quelle: Reinhold Ruthe, Ein neuer Tag, ein neues Leben, Brendow Verlag, 2000