Zu meinen frühen Kindheitserinnerungen gehört, wie ich auf dem Schoß meines Vaters sitze und ihm zuschaue, wie er an einem Ölbild arbeitet.
Und es dauerte nicht lange, da hatte ich meine Buntstifte hervorgekramt und war ebenfalls eifrig beim Malen.
Kunst war für mich ein vergnügliches Abenteuer und bestand aus Fingerfarben, Malbüchern und Bleistiftfiguren auf Servietten in Restaurants.
Mein Unfall setzte dem ein Ende. Das Land der unbegrenzten schöpferischen Möglichkeiten stand mir nicht mehr offen.
Von den Schultern abwärts gelähmt, sah ich mich plötzlich konfrontiert mit etwas, das mir beim Malen nie begegnet war: Grenzen.
Überall sah ich nur Hindernisse. Meine Zähne hielten Buntstifte oder Pinsel. Meine Augen waren nur ein paar Zentimeter von der Leinwand entfernt.
Ich konnte keinen Radiergummi benutzen, und meine Nackenmuskeln erlahmten rasch.
Es fehlt nicht viel, und hätte das Zeichnen an den Nagel gehängt.
Aber meine Begrenzung hatte einen Sinn. Sie zwang mich, meine Bilder gründlich zu planen. Ich konnte ja nichts mehr ausradieren.
Und heute freue ich mich, dass durch diese Begrenzung meine Bilder um vieles schöner geworden sind.
Leid und Schwierigkeiten gehören häufig eng zusammen mit Kreativität. Unsere Grenzen zwingen uns, uns ganz auf Gott zu verlassen, der uns geschaffen hat.
Und wenn wir das tun, kann seine schöpferische Kraft in uns fließen.
Vater, du kannst noch aus unseren Grenzen Großartiges entstehen lassen, wenn wir sie dir nur überlassen. Ich möchte dich preisen für meine Grenzen und meine Schwächen.
Joni Eareckson-Tada
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