Hallo lupus,
erst einmal danke für deine Offenheit und auch dein Infoblock ist interessant. Doch dazu später mehr.
Zu deiner Grundfrage:
• Religionen und dazugehörige Glaubensansichten trennen seit jahrtausenden die Menschheit, haben unsägliches Blutvergießen, Elend und Leid über diese Menschheit gebracht. Ob das wirklich Gottes Wille für uns Menschen ist? Ich glaube das nicht! Einzig die Liebe vermag solche unnatürlichen – rein menschlichen Grenzen zu überwinden. Und hier sei ein Pauluswort genau das richtige zu sein: "Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf." 1. Korintherbrief 13,7 Und schon das Buch Ruth lehrte zu was Liebe fähig sein kann: Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Ruth 1,16
Letztlich ist es wichtig, dass ihr beide zusammen eine Ebene findet den Glauben dem anderen Gegenüber nicht abzusprechen. Wenn ihr das schafft, werdet ihr feststellen, dass alle „zivilisierten“ Religionen ein Wesensmerkmal in sich trägt, die Liebe!
• Nun zu deinem Block, ich werde mich noch darin weiter einlesen müssen, doch ich denke, einiges, was du darin schreibst ist so nicht religionswissenschaftlich korrekt.
Zum Thema des angesprochenen Satan / Teufels.
Der heutige religionshistorische Satan / Teufel entstammt aus Babylon und kam nach langer Gestaltungsphase durch den Hellenismus nach Griechenland, Ägypten bis ins römische Reich. Auch im Frühjudentum wurde er in den biblischen Kanon aufgenommen, jedoch als Sohn Gottes / als Werkzeug Gottes und eben nicht als Widersacher Gottes. Diese Interpretation entstammt dem Hellenismus und fand durch den Hellenismus seinen Eingang in das Christentum, das ja ganz streng genommen eine rein hellenistische Religion ist. Kennzeichnend dafür ist jedoch nicht nur die Satansgestalt, sondern auch mystische Geburt eines Erlösers, Erlöserkult, Mysterienmahl, Mysterientaufe, etc, etc.
Dahingehend ist sich das Judentum und Wiccakult sehr ähnlich, die zwar das Böse nicht ausschließt allerdings eine Personifizierung des Bösen als göttliche Gestalt ausschleißt. Darüber hinaus kann ich dir versichern, dass der Wiccakult weit aus mehr mit dem Judentum gemeinsam hat, als das Christentum und hier ganz besonders in der Ritualpraxis, Symbolen, Feiertagsverständnis, etc. (Insbesondere der Kabbalismus ist ein wichtiger Punkt)
Was das Thema der Gottheit / Gottheiten betrifft, so beschränken sich die Mehrheiten der Wicca auf den weiblichen und männlichen Part / Aspekt Gottes (ob mit oder ohne Namen) und auch das ist ein Fakt, der schon im hebräischen Tanach und der Kabbala gang und gebe ist.
Aber es sei auch hinzugefügt, es gibt ebenso manches trennendes und doch nicht unüberwindliches. Nicht zuletzt, um einmal Historisches anzuführen, wurden in Früh- und Spätmittelalter Juden und Hexen von sog. Christen in einen „Topf“ geschmissen, weil man doch frappierende Ähnlichkeiten bei ihnen fand aber auch erfand.
Mit einem Irrtum muß man allerdings aufräumen! Wicca ist eine relativ junge religiöse Bewegung, welche sich zwar auf alte Naturreligionen berufen tut und doch in ganz vielen Bereichen dem Wissensgut verschiedener alten / moderneren Religionen bedient. Allein die Praxis der Kreisziehung, der Benutzung des Pentagramms und Hexagramms, Altaraufbau, etc, etc sind Elemente Antiker und Frühmittelalterlicher Religionspraxis. Das ist ein religionshistorischer Fakt. Das sollte man nicht unerwähnt lassen.
Ich wünsche dir viel Glück bei euerer Liebe und wünsche dir den Segen von Gott /Göttin
Absalom



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