Ich finde den Begriff „kriminal“ gar nicht unpassend, denn es ist wirklich so eine Art von Detektivarbeit, die Religionswissenschaftler, Linguisten, Archäologen, Ethnologen, Papyriologen Epigraphiker, klassischen Altertumswissenschaftler, etc, vollführen müssen um aus den unglaublich vielen Überlieferungsschriften zum N.T. den historisch wahren Kern herauszuschälen. Doch das war schon im 4. Jahrhundert ein großes Problem, wie uns der Kirchenvater Hieronymus und viele andere Kirchenväter berichtet. Aber wie erzählte bereits Hieronymus, es gab in der Tat so eine Art von Urschrift, („Es fand sich das echte und ursprüngliche Evangelium, hebräisch geschrieben von Matthäus, dem Zöllner, in der zu Caesarea von dem Märtyrer Pamphilius gesammelten Bibliothek, "ich erhielt Erlaubnis von den Nasaräern, die zu Beroea zu Syrien dieses benützten, es zu übersetzen", de Viris Illustr., III. + "Ein schwieriges Werk ist mir auferlegt, nachdem diese (Übersetzung ? ) mir von Euer Hochwürden anbefohlen wurde, wovon St. Matthäus selbst, der Apostel und Evangelist, nicht wünschte, dass es offen geschrieben werde. Denn wenn das nicht geheim gewesen wäre, würde er (Matthäus) dem Evangelium hinzugefügt haben, dass das, was er herausgab, von ihm war; aber er stellte dieses Buch mit hebräischen Lettern versiegelt her und gab es noch dann auf solche Art heraus, dass das Buch, in hebräischen Buchstaben und von seiner Hand geschrieben, im Besitze der religiösesten Menschen sein sollte; die es auch im Verlaufe der Zeit von denen erhielten, die ihnen vorangingen. Aber dieses Buch selbst gaben sie niemals irgend jemandem zum Abschreiben, und seinen Text erzählten die einen auf die eine Art und die ändern auf eine andere. (Brief an die Bischöfe Chromatis und Heliodorus + de Viris Illustr., III.) + "In dem Evangelium, das die Nasarener und Ebioniten benützen", das ich neulich aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzte und das von den meisten Leuten das echt Evangelium des Matthäus genannt wird und in chaldäischer Sprache, aber mit hebräischen Lettern geschrieben war. (Komment. Zu Matthäus XII. 13) + „Ich erhielt Erlaubnis von den Nazaräern, die zu Borea zu Syrien dieses [Evangelium] benützen, es zu übersetzen. (de Viris Illustr., III.). Allerdings erzählt besagter Hieronymus auch: „Und es traf zu, dass dieses Buch … Stoff nicht zur Erbauung, sondern zur Zerstörung darbot (für die Kirche) und dass dieses (Buch) auf einer Synode approbiert wurde, worauf zu hören die Ohren der Kirche sich schicklich weigerten.“ (Aversus Haer. I. 26). Das sich die Ohren der Kirche schicklich weigerten dem jüdischen Jesus und dessen Lehrgut kann die heutige Religionswissenschaft gut nachvollziehen, eine Heidenstaatskirche hätte sich damit nämlich nicht machen lassen.

Nun, wie sieht es denn nun mit den überlieferten Schriften tatsächlich aus. Gehen wir doch einmal kriminalistisch und statistisch an einen Überblick.

Zu dem Text der Bibel (A.T. + N.T.) einmal etwas rein Statistisches:

Vorhandene griechische Manuskripte Anzahl der Manuskripte:
Papyri = 109
Unzial-Schriften = 307
Minuskelschriften = 2.860
Lektionare = 2.410
Gesamtzahl: = 5.686

Manuskripte in anderen Sprachen Anzahl der Manuskripte:
Lateinische Vulgata = 10.000
Äthiopische Mss. = 2.000
Slawische Mss. = 4.101
Armenische Mss. = 2.587
Syrische Peschitta = 350
Bohairische Mss. = 100
Arabische Mss. = 75
Altlateinische Mss. = 50
Angelsächsische Mss. = 7
Gotische Mss. = 6
Subachmimische Mss. = 3
Altsyrische Mss. = 2 Persische Mss.
2 Fränkische Mss. = 1
Gesamtzahl: = 19.284 Gesamtzahl aller Mss.: = 24.970

Eventuell solltest du dich einmal mit dem - IQP = International Q Project – auseinander setzen bevor du solche Begriffe wie Urtext gebrauchst.

Absalom