Die Bücher des NT entstanden aber zumindest binnen Jahrzehnten nach Jesu Tod.
Generell gilt in der Geschichtswissenschaft, dass mündliche Überlieferungen nur bis zu einem Zeitraum von maximal 200 Jahren zuverlässig sind. Sehr schön kann man das auch bei Herodot beobachten: Was er über die letzten 200 Jahre vor seiner Zeit schreibt, stimmt so ungefähr, davor wird's sagenhaft.
Natürlich entscheidet die Tora, was Lehre ist. Aber sie wurde eben nicht von Mose aufgeschrieben, sondern erst in späterer Zeit, und fixierte somit, was zur Zeit ihrer Abfassung Lehre war. Sie beweist somit nicht, was zur Zeit des Mose wirklich Lehre war. Natürlich werden sich die Verfasser Mühe gegeben haben, die Lehre möglichst wahrheitsgemäß wiederzugeben, aber die Frage ist, welche Quellen sie hatten und wie zuverlässig diese waren. Wenn wir also wissen wollen, was die Israeliten zur Zeit der Richter und Könige wirklich glaubten, sind wir auch auf archäologische Funde angewiesen und müssen mit den Büchern des AT Quellenkritik betreiben.
Das Beispiel von Joschija zeigt nur, dass er dem Judentum eine streng monotheistische Richtung verpasste, nicht aber, dass es diese schon immer hatte.




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