Zitat Zitat von Nachdenklich Beitrag anzeigen
Angeregt durch das, was hier im Forum läuft, bin ich gestern an die Worte Gottes im AT erinnert worden, dass Mensch sich kein Bildnis machen soll von IHM. Hat das "Bildnis machen" nicht sehr viel mit menschlicher Gotteserkenntnis gemein? Formt sich nicht unwillkürlich eine Art "Bild des Verstehens", während wir Gotteserkenntnis annehmen? Was bedeutet im übertragenen Sinne der Vorgang, wenn ein gläubiger Mensch seine persönliche Gotteserkenntnis "in Stein meisselt" oder mit seinen Händen (Eigenwille?) formt, es mit "Gold" (Glanz?) überzieht oder "färbt"? Welche Auswirkungen hat dies auf den Gläubigen selbst, der solches - ihm vielleicht völlig unbewusst, da "nur" im Geiste vollzogen - tut? - Und wie macht sich solches nach aussen hin bemerkbar; welche Konsequenzen hat dies auf sein Umfeld, die Mitmenschen und die zwischenmenschlichen Beziehungen?
Jedes Gottverständnis ist ein gefiltertes Verständnis. Unser Gottverständnis beziehen wir entweder aus unseren eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen oder aus den Erfahrungen und Wahrnehmungen anderer; respektive aus einer Mischung beider Ansätze. Da Wahrnehmung und Erfahrung immer bedingt statfindet, bedingt ist, ist das Bilderverbot in den abrahamitischen Religionen ein kluger Rat. Denn er verdeutlicht, dass kein Gottesbild / Gottesverständnis das endgültige sein kann! Den selben Hinweis finden wir in den östlichen Religionen - auch wenn sich die Terminologie u.U. unterscheidet.