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Baum-Darstellung

  1. #11
    Geli71 Gast

    Standard

    Ach numerarier, du bist echt herrlich! Danke für deine Worte.

    Meine Einstellung bezüglich Gemeinde/Gemeinschaft lässt vielleicht vermuten, dass ich bisher damit nur gute Erfahrungen gemacht habe. Dass ich bisher immer mit der Meinung der "Vordenker" konform gegangen bin und mich widerspruchslos in jede Gemeinschaft eingefügt habe (denn ich gehörte schon zu verschiedenen Gemeinden).

    Wen es interessiert, den lasse ich an dieser Stelle gerne mal an meinem "reichen Erfahrungsschatz" teilhaben. Aufgewachsen bin ich als Kind von Baptisten-Eltern. Diese evangelisch-freikirchlichen Gemeinden sind meist relativ klein und jeder kennt jeden. So war Gemeinde von Kind an mein zweites Zuhause.

    Schon früh begann ich in der Gemeinde damals mitzuarbeiten, war im Leitungsteam der Teenagergruppe, später der Jugendgruppe. Als ich die 10. Klasse auf dem Gymnasium hinter mir hatte, schickten mich meine Eltern auf ein katholisches Privatgymnasium, das in Elternkreisen einen sehr guten Ruf hatte (als 16-jährige fand ich das natürlich nur spiessig und grauenhaft).

    Dort hatte ich aber die Möglichkeit, einen katholischen Religion-Leistungskurs zu besuchen und begann erstmals, mich intensiver mit (katholischer) Theologie auseinander zu setzen. Der Kurs wurde bald zu einer sehr engen Gemeinschaft. Wir trafen uns auch ausserhalb der Schule, machten eine Kursfahrt zusammen und wohnten während der Vorbereitung aufs Abi sogar zusammen.

    Parallel dazu besuchte ich abwechselnd katholische Messen, baptistische Gottesdienste, Lobpreisgottesdienste der ev. Landeskirche und einen Jugendbibelkreis bei den (ökumenischen) Marienschwestern. Nach dem Abi und während der Ausbildung machte ich dann noch ein Kurzzeit-Fernstudium in Theologie der evangelisch-methodistischen Kirche. Auch an den obligatorischen Kurswochenenden entstand unter den Teilnehmern eine sehr interessante Form von Gemeinschaft (Diskussionen um Gott und die Welt bis tief in die Nacht...)

    Ich habe mich wirklich vielseitig interessiert und viele verschiedene Formen von Gemeinschaft kennen gelernt. Es ging mir immer darum, lebendigen Glauben zu finden, der alltagstauglich ist und etwas mit meiner Lebenswirklichkeit zu tun hat.

    Jahre später, ich war inzwischen verheiratet und hatte zwei kleine Kinder, arbeitete ich in einer anderen Baptistengemeinde in einer anderen Stadt mit. Nach 6 Jahren wurde ich in die Leitung gewählt. Dann zerbrach unsere Ehe. Die Gemeinde reagierte darauf nicht wirklich gut. Ich durfte nicht mehr mitarbeiten und der damalige Pastor legte mir sogar nahe, die Gemeinde zu verlassen (ich war "schuld"). In einer Zeit, in der es mir wirklich schlecht ging, hätte ich so auch noch den Ort verloren, der mir neben meiner Familie der wichtigste war.
    Ich bin nicht gegangen. Stattdessen habe ich viele Gespräche geführt und meine ganze verfahrene Situation (da hing mehr dran als eine "Ehekrise"....) vor Gott gebracht.

    Ich konnte die Entscheidung der Gemeindeleitung jetzt verstehen und war im Grunde froh, niemandem etwas vormachen zu müssen.

    Es hat 2 Jahre gedauert, bis unsere Ehe wieder heil wurde - aber das ist ein anderes Thema. Wir zogen um und zusammen haben wir uns wieder eine neue Gemeinde gesucht. In der Zwischenzeit waren wir "gemeindelos" und haben verschiedene Gemeinden (Gottesdienste) besucht. Wir haben manches gesehen, was uns nicht gefiel. Es "menschelt" halt überall.

    Dann hat Gott uns die Gemeinde geschenkt, zu der wir heute noch gehören. Sie ist ganz anders als alles, was wir bis dato kannten. Jung, lebendig, offen, fröhlich... aber nach 3 Jahren haben wir natürlich auch hier schon so manches entdeckt, was nicht optimal läuft. Es gab auch schon manche heikle Situation und hitzige Diskussion. Aber das darf sein. Glaube muss auch streiten dürfen, um wachsen zu können.

    Seit einiger Zeit bin ich im Redaktionsteam unseres Gemeindebriefes. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie da gestritten wird, wenn es um Form und Inhalte von Artikeln geht! Das möchte ich nicht missen.

    Ich kann euch aus diesen Erfahrungen heraus nur Mut machen, es mit Gemeinschaft zu versuchen. Es ist so unendlich bereichernd!

    Geli
    Geändert von Geli71 (07.12.2008 um 20:27 Uhr)


 

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