Hallo Padma
bei dieser Thematik spalten sich die Ansichten natuerlich sehr.
Deine Gegenargumentation kann ich zwar aufjedenfall Nachvollziehen weil ich die dahinterliegenden Annahmen/Ansichten/Glauben und auch Theologien dazu kenne... aber eben bei diesen nicht zustimme.
Darunter faellt zB die in meinen Augen eben falsche Ansicht/Glaube/Annahme dass die Bibel eben ein "Vollstaendiges Lehrbuch" sei fern jeglicher menschlichen Manipulationen oder anderen ihr in der Regel nicht zugetrauten Dinge.
Die Schriften des Origenes sind zB klassisches Beispiel wie da vorgegangen wurde. Er war seiner Zeit (* 185 † ~254) ein hoch angesehener christlicher Apologet, Theologe und gilt nach wie vor immer noch als ein sehr verherter Kirchenvater... auch von mir.
Er lehrte damals noch ungehindert nicht nur die Praeexistenz der Seele sondern nachweislich auch die spater dann aus seinen Werken entfernte Reinkarnation der Seele als Bestandteil christlicher Lehre.
Jahrhunderte spaeter streichten die kirchlichen Zensuristen alle jene Stellen bzgl. Reinkarnation raus, gaben dies auch zu, mit der Begruendung "diese seinen ihrer Ansicht nach von Haeretikern geflaescht worden" (ohne weitere Begruendung) und entspraechen nicht den Orginal Werken des Origenes.
Die Orginal griechischen Schriften des Origenes verschwanden dann auf "unbekannter weise" und es blieben nur noch die lateinischen "zensierten" Uebersetzungen uebrig.
Dies als exemplarisches Beispiel, wie eben vorgegangen wurde, wenn man eine Lehre drausen haben will, den anderen guten Rest jedoch behalten will... es gibt aber noch mehr Methoden.
Fuer mich, der konsitutionellen Kirchen im Allgemeinen, aber insbesondere den damaligen (vor all in Rom), zutiefst misstraue, liegt es auf der Hand dass jene auch bei der Kanonisierung der Bibel so vorgegangen sind... es ist "ihr" Werk. Nach ihrem Geschmack gewesen. Und "sie" entschieden welche Schriften in die Bibel kamen, und welche nicht.
Fuer mich ist deshalb klar dass man dieses ihr Werk deshalb nur maximal Gleichgesetzt als Apokryphen betrachten kann.
Den Forschungen und Argumentationen (es gibt noch mehr, aber das wuerde nun zu weit fuehren) bzgl. "Bibel" und "Reinkarnation" stimme ich ansonsten auch zu weil sie schluessig sind.
Was die "Theologie" betrifft:
Du sprichst sehr wahrscheinlich die lutherische bzw. reformatorische Rechtfertigungslehre an bzw. liegt diese als "Basis" dieser Aussage vor, wonach Gott Suenden aus reinster Gnade vergibt und in Abhaengigkeit vom "rechten Glauben".
Ich verneine dies nicht unbedingt... Gott kann selbstverstaendlich auch Suenden als reinsten Gnadenakt vergeben sofern ER es fuer richtig haelt und der Seele damit weiterhilft (was weis nur Gott allein)... jedoch seh ich die Rechtfertigungslehre in ihrer Radikalitaet (dass die Vergebung immer nur ein Gnadensakt sei) nicht kompatibel mit den Aussagen Jesus in den Evangelien bzgl. der Vergebung.
Denn Jesus lehrte (auch) dass zur Vergebung Gottes die eigene Vergebung voraussetzung ist... dann erst vergibt einen auch Gott.
Und das widerspricht eindeutig dem Anspruch der evangelischen Rechtfertigungslehre ...
Ich verstehe zwar Luther, dass er die Rechtfertigungslehre damals "erfunden" hat, als theologische Abwehr des damaligen Ablasshandels der rkk wonach man dieVergebung der Suenden sich bei der rkk "erkaufen" konnte...
Aber ich lehne sie dennoch ab sofern sie in der Radikalitaet gelehrt wird wie sie vor allem unter den Reformierten und Lutherische Theologen verbreitet wird.
Und das alles mit oder ohne Reinkarnation sogar :-)
Gott ist auch innerhalb der Reinkarnation ein Gott der Liebe und Barmherzigkeit und kann auch innerhalb den Reinkarnatinen aus reiner Gnade vergeben sofern es er fuer richtig haelt.
Ich sehe da keinen Widerspruch oder Ausschluss der Barmherzigkeit und Gnaedigkeit Gottes.
Die Gnade und Barherzigkeit und Liebe Gottes zu dem Menschen, ertreckt sich eben auch ueber seinen leiblichen Tod hinaus...
Bei den meisten Theologien hoert sie aber ab den leiblichen Tod auf... und das seh ich nicht so.
Das Prinzip von Saat und Ernte, welches Du als "Tat und Vergeltung" betrachtest ist ein Gerechtes und goettliches Gesetz bzw. Prinzip... auch in den Evangelien wird dsa so gelehrt und eben auch eben davor gewarnt es zu missachten oder gar zu ignorieren.
Gaebe es dieses nicht... wie saehe dann der Himmel aus?
Ich kann von meiner Seite her nichts gegen "Saat und Ernte" = Karma nichts beanstanden.
Auch kann ich nicht sehen dass Gottes ausgestreckte Hand dadurch nicht mehr Vorhanden waere... ich weis nicht wie Du also darauf kommst.
Ich glaube wir verstehen unter "Erloesung" auch etwas anderes. Aufjedenfall aber denke ich dass wir "den Weg" selbst gehen muessen. Am besten mit Gottes Fuehrung natuerlich.
Ich persoenlich wuerde es etwas anders formulieren aber von Prinzip her kann ich dem zustimmen.
Es gibt unter den Reinkarnations-Glauebigen verschiedene Ansichten diesbzgl.... wie ja ueberall auch :-)
Diese Ansicht jedoch teile ich nicht und sie ist mir bisher noch nicht mal bekannt gewesen.
Die Seele, nimmt aufjedenfall alle Erfahrung in ihren (uns meist unbewussten) Kern auf und haelt diese auch zwischen den Inkarnationen. Weil sonst, da stimme ich Dir zu, waere es ja Sinnlos.
Doch doch... siehe eben jene Christen welche die Reinkarnation als Glaubensinhhalt aktzpetieren.
Wieso sollte Gott hier keinen Platz haben?
Es heist "der Buddhismus" kenne keinen Gott.
Ich kann das so nicht bestaetigen... und das sage ich als jemand der 15 Jahre in vorwiegend buddhistischen Laendern lebte wo wirklich alles durch und durch buddhistisch gepraegt ist.
Es gibt uebrigens auch nicht diesen "einen" Buddhismus genauso wenig wie es dieses "eine" Christentum gibt... die Ansichten gehen auch im Buddhistischen Glauben teils weit auseinander... dies nur vorweg kurz.
Aber meine Begegnung mit dem praktizierten Buddhismus so wie ich ihn kenne... die Leute haben ein Wort fuer Gott sie wissen was Gott bedeutet und ihre buddhistische Moenche betrachteten sie als Lehrer und Meister der Wahrheiten und sie lehnen Gott nicht ab.
So und nicht anders kenne ich den praktischen Buddhismus.
Das sehe ich komplett anders. Und auch bei den Buddhisten so wie ich sie aus dem praktischen Leben her kenne ist ihre Spirituallitaet zwar nicht der unseren gleich, aber es ist auch nicht so dass es hier kein Vertrauen oder Barmherzigkeit oder Liebe innerhalb dieser existiere. Ihr und unser spirituelles Bild lassen sich hervoragend verbinden weil sie auch hervorangend zusammen passen... so man es sehen will...
Gott ist kein Spalter in meinen Augen. Und die Buddhisten bzw. Reinkarnations-Glaeubige sind auch keine "Unter-Religiosen"... davon muss man wegkommen imho von diesen Konkurenten Denken... das haben uebrigens die Buddhisten so wie ich sie kenne nie an den Tag gelegt...
so eben nach dem ueberheblichen Motto: "Ahh nee also das Christentum mit deren Gott also nee und hier das dann auch noch... nee also nee das kann gar nicht zusammen passen und ueberhaut"...
So etwas hab ich nie kennen gelernt... umgekehrt hoer ich es seit Kindheit an in den Christentumen...




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