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Baum-Darstellung

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    Wenn ich mal ganz kurz was zu dem Thema sagen darf, dann möchte ich gerne sagen, dass ich schon die erste Reformation, also die, die von Luther ausging, gar nicht gut fand. Eigentlich hat sie doch lediglich die Kirche gespalten und einen ganz furchtbaren Krieg zur Folge gehabt (der dreißigjährige Krieg). Und selbst heute kommt es ja gelegentlich leider noch vor, dass sich Katholiken und Lutheraner (oder eben evangelisch getaufte Gläubige) die Kopfe einschlagen, z.B. in Irland.

    Wenn ich also etwas als reformbedürftig betrachten würde, dann ist es in erster Linie gar nicht so sehr die Institution Kirche, sondern zuerst sind es die Menschen, die diese Trennungen und Entzweiungen durch ihr Verhalten mittragen. Würden wir nämlich im Bewusstsein leben, dass wir alle Brüder und Schwestern sind und alle aus dem selben Grund entstammen, als Kinder Gottes, würde sich dadurch auch sicher die Institution Kirche ändern, sofern sie diese Trennungen und Entzweiungen durch ihre Lehre mit zu verantworten hat.

    Ökumene versucht ja die Gräben und Mauern in den verschiedenen christlichen Glaubensgemeinschaften zu überwinden und es gibt ja auch einen interreligiösen Dialog, aber erst wenn wir Menschen einander wirklich wie Brüder und Schwester begegnen, kann dieser Dialog zu einer wirklichen Einheit führen und ich denke das Einheit das Ziel jeder Reformbemühung sein sollte.

    Einheit aber nicht verstanden als "Gleichmacherei", so als müssten alle das Gleiche denken und glauben, sondern Einheit verstanden als Menschen- oder Weltgemeinschaft, die, gläubig oder nicht, im Bewusstsein lebt, dass wir alle einer einheitlichen Wurzel entstammen. Für den gläubigen Menschen wird diese Wurzel dann höchstwahrscheinlich Gott sein und für den nicht gläubigen, aber vielleicht wissenschaftlich interessierten Menschen, könnte es die Evolution sein, die ja ebenfalls "lehrt", dass wir alle aus einer "Urzelle" entstammen und damit aus einem einheitlichen Grund.

    Ich persönlich glaube fest daran, dass wir alle Söhne und Töchter Gottes sind und wir deshalb lernen sollten, auch wie Bruder und Schwester miteinander umzugehen. Denn dann darf es selbstverständlich ganz unterschiedliche Vorstellungen geben, aber sie würden möglichst gleichberechtigt nebeneinander existieren dürfen, ohne das man den Nächsten oder den Fernsten für seine persönliche Vorstellung das Sohn- oder Tochter-Sein Gottes absprechen würde.
    Geändert von Provisorium (07.08.2015 um 00:24 Uhr)
    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)


 

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