Noch etwas zu dem Vers:

Joh 8,32 und werdet die Wahrheiterkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Bei der Diskussion darum, was nun 'Wahrheit' ist, kam mir ein Gedanke, den ich in einem anderen Beitrag so beschrieben habe:

Zitat Zitat von Padma Beitrag anzeigen
Zitat von Digido
Eine Wahrheit steht nicht allein da. Sie ist immer im Kontext mit anderen. Also, da kann schon diskutiert werden, denn wenn etwas nicht zum Kontext passt, kann es nicht stimmen. Je mehr aber die Kontexte erhellt werden, durch weitere Wahrheiten, gehen immer mehr Zusammenhänge auf, und man bekommt neue Klarheiten. Es ist wie in der Wissenschaft. Willkür kann es da nicht geben.
Ich habe dazu eine etwas andere Meinung:
Wenn es um Theorien und Hypothesen geht, kann man diskutieren und da zählen Argumente und Logik

Mit Erfahrungen ist das anders, die sind immer 'wahr'.
So ähnlich sagst du das ja auch:

Ja, das wird alles so dahingesagt. Man muss im eigenen Leben wachsam mitbekommen, wie ein bestimmter Impuls entsteht, wie plötzlich ein Gefühl oder Gedanke ins Bewusstsein kommt. Nur wenn man da wachsam ist, erkennt man aus der persönlichen Anschauung, wie man frei werden kann.
Und wenn man es erlebt, wie man Wahrheit erkennt und dadurch frei wird und das bezeugt, dann ist das wahr - egal ob jemand anderes das auch für wahr hält oder nicht.
Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: Wer bei seiner Überzeugung von dem, was er für 'wahr' hält auf die Zustimmung anderer angewiesen ist, der hat die Wahrheit nicht so erkannt, dass sie ihn wirklich frei gemacht hat ;-).
Und im weiteren Nachdenken über diesen Satz:"Nur wenn man da wachsam ist, erkennt man aus der persönlichen Anschauung, wie man frei werden kann." kam nun bei mir die Frage auf, wie das von denjenigen erlebt wird, die 'eher dem buddhistischen Denkkonzept nahe stehen'.

Bei mir zumindest habe ich es so erlebt, dass bei diesem Denkkonzept das 'Freiwerden' als Ziel am Ende steht.

Und so wie ich den christlichen Weg verstehe und auch erlebe, steht diese Befreiung quasi 'am Anfang', bei der Wiedergeburt, erst einmal unabhängig von der Erkenntnis
Quasi sage ich, weil Freiheit ja erst in der Umsetzung, im Leben aus dieser Freiheit heraus, erfahren wird. Und bei dieser Umsetzung entsteht auch befreiende Erkenntnis, die eben nicht nur 'theoretisch' ist, sonder auch die Ebene der Gefühle umfasst und umgestaltet. Diese Freiheit wird in vielen kleinen Dingen erfahren, auch dort, wo die Erkenntnis noch nicht vollkommen da ist, noch nicht alle Zusammenhänge ganz verstanden sin, einfach im kindlichen Vertrauen sich auf bestimmte Zusagen einlassen und deren Wahrheit und Tragfähigkeit erfahren.
Die tiefe Erkenntnis, die in diesen Erfahrungen liegt, ist nicht abhängig davon, dass sie auf der Ebene des Intellekts nachvollzogen, analysiert und verstanden wird. Das kann manchmal möglich sein, muss aber nicht, um die Freiheit erfahren zu können.

Nun die Frage, die mir kam: Wie erlebt ihr diese 'Freiheit durch das Erkennen der Wahrheit'.
Ist es für euch ein fernes Ziel und die Erkenntnis, die ihr durch 'theoretisches Durchdenken' und in der Diskussion über die Wahrheit erlangt, betrifft 'den Weg dahin'?
Oder erfahrt ihr in der Erkenntnisgewinnung auch jetzt schon diese Freiheit ganz konkret und real?
Bei mir war da (in meiner Erfahrung mit diesem Denkmodell) ein Unterschied ......

Falls das zu weit vom Thema weg führt, könnten wir dazu auch einen eigenen Thread eröffnen ;-).