Liebe Saved / Adi
ja, mir war klar, dass meine bildhafte Schilderung sehr nachhaltig wirken würde. Und ja, zum Teil sicherlich auch erschütternd. Aber gerade weil wie ich denke wir Wörter wie „Vergewaltigung“ oder „Missbrauch“ mittlerweile sehr distanziert und sterilisiert verwenden, ist es spätestens dann, wenn davon die Rede ist, dass die Seele der Betroffenen sich dieses Schicksal freiwillig aussucht, wichtig sich deutlich zu machen, was es im einzelnen bedeutet. Ich habe dazu sehr anschauliche Bilder verwendet, das ja – aber noch nicht einmal die schlimmsten, die ich kenne.
Traurigerweise hat man in den meisten Fällen über Jahre hinweg tatsächlich nichts bemerkt. Das ist im Einzelnen schwer zu erklären und vielleicht auch schwer zu verstehen. Ich denke in den meisten Fällen ist die Vorstellung, dass ein Nachbar oder der eigene Ehepartner so etwas tun könnte zu unglaublich, als dass man kleine, möglicherweise vorhandene Hinweise in diese Richtung deutet. Noch dazu, wenn die Täter nach außen hin ein Saubermann-Image haben und z.B. im Stadtrat sind oder sich nach außen hin gemeinnützig engagierte, Mitglied im Ältestenrat sind o.ä. In anderen Fällen ist die ganze Familie von der häuslichen Gewalt betroffen und leider fühlen sich die Opfer oft so ohnmächtig und sind so von Angst erfüllt, das ihnen niemand glauben wird, dass sie unfähig sind von sich aus etwas zu unternehmen. Und Kinder sind in dieser Hinsicht erst recht völlig hilflos. Ich denke die Traumatisierung und das Gefühl der Hilflosigkeit, die mit solchen Erlebnissen einhergeht, ist für uns die wir nicht betroffen sind kaum nachzuvollziehen.
Aber das ist hier nicht das eigentliche Thema, entschuldige, wenn ich es daher bei diesem Kommentar belasse. Aber schön, dass du dich unserer kleinen Runde anschließt.
Ganz herzliche Grüße
Lior
Es sei bitte berücksichtigt, dass meine Besuche zeitweise durch lange Pausen unterbrochen werden. Sollte ich also eine an mich gerichtete Frage überlesen, bzw. nicht unmittelbar beantworten, dann ist dies bitte nicht als Ausdruck des Desinteresses zu werten - ggf. hilft auch mal eine Erinnerung.
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