Hallo Lior,
ich möchte jetzt nicht dezidiert auf Deine Vorschläge eingehen, da ich auf bloße Gedankenspiele keine Lust habe.
Nach wie vor halte ich es für außerordentlich wichtig, dass wir über die unsichtbare Welt genauere Kenntnis haben. Denn ohne genauere Kenntnis können wir nicht wirklich positiv leben, weder persönlich, noch in einem größeren Rahmen. Das wird sich auch noch mehr in der Auseinandersetzung mit dem Islam zeigen. Denn da wird ja ganz deutlich, dass es überhaupt nicht belanglos ist, was jemand glaubt (also für wahr hält). Solange die Vorstellung nicht entkräftet werden kann, dass das Morden im Namen Allahs besonders schnell ins Paradies bringt, werden sich immer genug Leute finden, die dem Ruf folgen werden.
Auch der Materialismus, und damit die Ausbeutung von Mensch und Natur, wird da niemals überwunden werden können.
Mit einem spirituellem Wischiwaschi, das natürlich vielen Menschen persönlich genügt, ist uns nicht geholfen.
Wenn also Geist und Seele des Menschen nicht etwas sind, was nur isoliert existiert, da sie Epiphänomen sind, dann können die geistig-seelischen Welten wesentlich nur mit geistig-seelischen Mitteln erforscht werden, und das ist eben nur möglich, in dem sich der Mensch selbst in dieser Hinsicht weiterentwickelt.
Das ist ja das, was eigentlich jede Religion fordert. Nun hat Steiner methodische Wege zur Entwicklung dieses Erkenntnisvermögens aufgezeigt. Obwohl ich selbst diesen Weg nicht gegangen bin, haben sich durch meine Nachfolge Christi, Übereinstimmungen in Methode und Erkenntnissen gegeben.
Viele sind aber da noch auf Mitteilungen zweiter und dritter angewiesen.
Es gilt erst einmal alle Erfahrungen, die der Mensch macht, ernst zu nehmen. Schließlich ist das, was der Mensch erfährt, sein Leben. Dass er seine Erfahrungen nicht immer richtig deuten kann, oder falsche Schlussfolgerungen daraus zieht, ist menschlich.
Das Ziel allen Bemühens aber muss es sein, dass der Mensch nur noch positive Erfahrungen macht, ohne anderen Wesen dadurch zu schaden.
So ist es für eine richtige Deutung notwendig, wie z.B. in den Fällen der Nahtoderlebnisse und der Reinkarnation, das gemeinsame zu sehen, und danach erst zu fragen, weshalb in dem einen oder anderen Fall eine Besonderheit eintritt.
Ich denke, das ist ein guter Ansatz.
Du deutetest in etwa an, dass sich Nahtoderlebnisse künstlich herbeiführen ließen, was ich bezweifeln möchte. Falls etwas in dieser Richtung möglich sein sollte - durch Drogen kann ja Ähnliches auftreten - dann eben nur, weil durch solche äußeren Stimulationen eben auch die Seele graduell aus dem Leib getrieben wird. Auf keinen Fall wird es möglich sein, Nahtoderlebnisse auf bloßes Körpergeschehen zu reduzieren, wie das natürlich von vielen gewünscht wird.
Im Nahtod haben die Menschen auch einiges über die übersinnlichen Zusammenhänge erfahren. Auch da gibt es Übereinstimmungen.
Es zeigt sich also, dass wir immer mehr in dieser Hinsicht wissen können, was bloße Behauptungen, denen gar keine Erfahrung zu grunde liegt, widerlegt.
Die Vorstellungen von der Einmaligkeit des Erdenlebens und dem danach erwarteten absoluten Seligkeit bzw. absoluten Qual kann auf Grund der empirischen Befunde und ihrer Deutung endgültig begraben werden.
Ich hoffe, ich konnte Dir die Notwendigkeit der Überwindung des Agnostizismus etwas verdeutlichen.
LG,
Digido



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