Jede Religion hat, in den Augen ihrer Anhänger, die Autorität Gottes, was der Staat nur bedingt hat. Soweit er der Religion nicht wiederspricht. Und der europäische Staat beruft sich in seiner Gesetzgebung nicht auf Gott. Daher kann er mit der Religion, hinter der Gott steht (was zumindest jeder Anhänger der jeweiligen Religion glaubt), nicht konkurieren.
Kommt es aber zu einem Wiederspruch zwischen Religion und Staat, ist der Mensch, der Gläubige, immer der Verlierer.
Denn gehorcht er dem Staat, macht er sich, in seinen eigenen Augen, vor Gott schuldig. (Ein belastetes Gewissen hat Auswirkung auf das ganze Leben)
Will er aber Gott gehorsam sein, muß er sich dem Staat wiedersetzen, und mit Konsequenzen rechnen.
Die Europäer werden mit diesem Problem fertig, in dem sie immer weiter von der Religion, und auch von Gott, abfallen.
Das kann man aber von den Muslimen nicht erwarten. Denn, wie ich schon anderswo geschrieben habe, ist die abendländische Aufklärung ein rein christliches Phänomen.
Das Abendland ist nämlich, wie Alef richtig bemerkt hat, nie wirklich christlich geworden.
Mittels der Aufklärung befreit sich Europa von dem fremdartigen, aufgezwungenem "Christentum", um dann zu ihrem eigentlichen, heidnischen Wesen zurückzufinden. Das in der Ideologie des Nazionalsozialismus schon mal ihren Anspruch geltend gemacht hat. Und es wird wiederkommen.
Da die Europäer durch ihren eigenen Staat gezwungen werden zum "Christentum" Abstand zu nehmen, haben sie nichts, womit sie dem Islam gegenüber treten können. Und dann, wenn die Gefahr der Islamisierung Europas nicht zu übersehen sein wird, kommts: "Unsere letzte Hoffnung ist ...!"
Der Ausweg liegt im ernsthaften Studium der heiligen Schriften beider Religionen. Um Übereinstimmungen zu finden, und die Wiedersprüche kritisch neu zu überdenken. Aber wer ist dazu schon bereit?



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