In diesem Thread sehe ich mich wieder vor einigen Monaten. Ich ärgerte mich und verstand manchmal die Welt nicht mehr. Ich hatte Mühe mit jüdischen Auslegungen, hörte Dinge die meine "Christenohren" noch nie so gehört haben.
Eine Nacht lang rang ich mit Gott, oder er mit mir, bis ich mich durchgerungen hatte auf mein rotes Tuch (Samu und andere) zuzugehen um hinter dem "in meinen Augen Kritiker", den Menschen, das Geschöpf Gottes zu suchen. Wir trafen uns dann zu einem Gespräch, wo es nicht darum ging, dass wir uns gegenseitig den Glauben schlecht machen wollten oder gar ausreden, sondern wo es darum ging, sich verstehen zu können. Nach diesem Treffen war ich tief berührt über die gegenseitige Achtung und Wertschätzung die wir zueinander aufbauen konnten. Daraus entstand ein Dialog und eine gegenseitige tiefe Freundschaft.
Ich las viel, redete viel über die Dinge die mich beschäftigten und ich war und bin viel im Gebet. Alles muss ich vor Gott ausbreiten, denn ER ist es, der mir hilft, die Sache zu prüfen und das Gute zu behalten.
Heute stehe ich an einem anderen Punkt. Ich bin dem Gott Israels viel näher, beginne Zusammenhänge zu verstehen und zu erahnen. Weiter vorne im Thread fällt die Aussage:
Ich möchte niemanden hier verletzten und ich rede nur von mir selber, aber die Heiligkeit Gottes war mir nie so nahegebracht worden, wie die Juden sie haben. Schon in der deutschen Sprache, in der schweizerischen Mundart etwas weniger nach meinem Empfinden, aber auch schlimm, wird Gott für alles und jede Gefühlsbeschreibung verwendet, für banale Ausrufe etc. Das hatte zur Folge, dass Gott für mich gar nie in seiner ganzen Heiligkeit erkannbar war und ich ihm deswegen auch nicht das entgegenbrachte, was ihm zusteht.Weißt du eigentlich, was Heilig = Kaddosch und Gerechte = Zadik bedeutet? Ganz offensichtlich nicht.
Durch mein Nachforschen habe ich mich auf Jüdische Gebetsbücher und auch auf die Torah eingelassen. Und ich staune ob der Tiefe die mir darin begegnet, die Gottesfurcht, die Ehre und Allmacht des Schöpfers. Ich erahne langsam was es heisst, er ist ohne Anfang und Ende (begreifen werde ich es wohl nie können), er ist der Allheilige. ein Ausdruck der so nicht in meinem Repertoire vorhanden war. Ich empfinde vom jüdischen her gesehen nicht nur das das Wort "heilig" viel tiefer, sondern auch das Wort "Erbarmen", ebenso die Gottesfurch.
Heute kann ich verstehen wie Christen sich fühlen wenn sie mit jüdischem Denken konfrontiert werden, verstehe aber auch die Juden wenn sie sich unverstanden fühlen.
Warum schreibe ich das so offen und gebe mich der Verletzlichkeit preis? Weil ich mich stark machen möchte für einen guten Dialog zwischen Christen und Juden, zwischen den Menschen hier im Forum. Wir können uns soviel geben wenn wir einander "hinhören" statt "zu-hören". Alles unter dem Motto von 1. Thessalonicher 5,20:
Prüfet alles. Das Gute behaltet.
Ich selber möchte die letzten Monate nicht mehr missen. Ich habe mich verändert, ja, das stimmt. Ich durfte aber auch Schatzgräber sein und reiche Beute machen.
Meine persönliche Jahreslosung von diesem Jahr ist Lukas 4,4:
Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von einem jeden Wort Gottes.
Meine Zuversicht ist, dass mein Abba mir hilft, zu erkennen was richtig ist für mich, dass ER mir hilft zu prüfen und das Gute zu behalten. Ich weiss aber auch, dass es für mich einen Weg gibt, Seite an Seite mit den Juden und zurück zu den Wurzeln.
Gegenseitig haben wir uns soviel zu geben. Ich wünsche es uns hier in diesem Forum, dass wir in Liebe meineinander umgehen können. Dann wird auch der Segen nicht ausbleiben.
Ich beende hier mein Einblick in mein Denken und Fühlen mit dem israelitischen Segen, auf dem eine grosse Verheissung liegt:
Es segne dich der Ewige und behüte dich!
Der Ewige erleuchte dir sein Antlitz und sei dir gnädig!
Der Ewige wende dir sein Atnlitz zu und gebe dir Frieden!
Und sie sollen meinen Namen auf die Kinder Jisraël legen,
und ich werde sie segnen.
Seid alle reich gesegnet, ob Juden oder Christen oder andere, ob im Glauben stehend oder nicht, ob Jung ob Alt - Gott ist unser Schöpfer, ER liebt uns - lassen wir uns doch berühren.
Liebe Grüsse
Popcorn



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