Mein lieber Samu, mein lieber Shomer.
Ich bin Euch für Eure Ausführungen hier und anderenortes sehr dankbar weil sie mich anhalten, über vieles in und an meinem Glauben tiefer nachzudenken. Dies ist sehr wichtig und bewahrt vor Irrtümern.
Ich kann auch Euer brennendes Herz für die Wahrheit, das Suchen nach dem Tatsächlichem, dem Abwehren von Häresie gut nachvollziehen. Auch ich würde gerne mehr als nur Stückwerk erkennen und mehr wissen, statt möglicherweise nur falsch überliefertes zu glauben.
Aber in Euren Schlußfolgerungen vermag ich Euch nicht ganz zu folgen.
Es ist richtig, daß niemand genau weiß, wie der Pfahl aussah und ausgestaltet war, an dem der HERR starb. "Kreuzigen" war seit vielen Jahrhunderten von Jahren bekannt und wurde in den unterschiedlichsten Formen ausgeübt. Gerade die Römer hatten keine festen Kreuzigungsregeln, sondern überließen die Auswahl der Form den Henkersknechten vor Ort. Die Kreuzigung an einem Pfahl mit Querbalken unterhalb der Spitze, so wie von Christen überliefert, war höchst unüblich und selten und somit auch höchst unwahrscheinlich.
Insoweit geben halte ich Eure Hinweise für begründet und auch geeignet, uns von Äusserlichkeiten mehr dem geistigen Geschehen von Golgatha zu hinzuwenden.
Ich vermag dieser Erkenntnis allerdings auch kein wesentliches Gewicht beizumessen, denn unser Heil ist nicht in der Form oder dem Material des Henkerswerkzeuges begründet, sondern im Opfer Gottes des Allmächtigen, der seinen eingeborenen Sohn hingab, um unserer Schuld und Missetat willen.
Weiter ist es richtig, daß das Kreuz in vielen Religionen und Kulturen als heidnisches, bis hin zu okkultem Symbol benutzt wurde. Auch das macht mir jedoch keine Angst, da Gutes und Böses, Okkultes und Segnendes dem Herzen, dem Glauben und in dem Gebet des Praktizierenden entspringt, und nicht den Äußerlichkeiten.
Ulrich Geller hat mal im Fernsehen etliche Löffel und Gabeln verbogen. Das hat mich auch nicht veranlasst, zukünftig mit den Fingern zu essen.
Ich glaube nicht an das Kreuz, sondern an den Gekreuzigten.
Dessen ungeachtet sind auch solche Gedanken der Prüfung wichtig. Gerade auch, wenn es um andere "Rituale" heidnischen Ursprunges geht, wie die Sonnenwendrituale, die ja das "Drum und Dran" des Weihnachtsfestes heute noch genauso bestimmen, wie die "Fruchtbarkeitsrituale" der "Ostara" (Ei und Hase) zu Ostern.
All das wird mich aber nicht daran hindern, der Geburt, dem Tod und der Aufgerstehung meines Herren in aller Demut zu gedenken, jedes Jahr aufs neue. Jeden Tag, und zu Weihnachten, und Ostern im Besonderen. Auch wenn der gewählte "Zeitpunkt" im Jahr möglicherweise nicht hundertprozentig korrekt ist.
Verzeiht mir bitte, wenn meine Äußerungen nicht wissenschaftlich genug sind. Aber für mich persönlich zählt das "Glauben", und nicht das bis in den letzten Punkt begreifen und "Wissen".
1.Korinterh 13, 9ff:
9Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. 10Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. 11Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12Wir asehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, bwie ich erkannt bin.
13Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
Rudi



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