Ich finde auch, dass man sich aus solchen fruchtlosen Debatten nur zurückziehen kann, wenn es einem wirklich um 'Wahrheit' geht.

Wahrheit ist doch nicht Rechthaben und sich durchsetzen in einer Diskussion.Wahrheit ist das , was ist - unabhängig ob jemand daran glaubt oder nicht;


Und die Wahrheit im Leben eines jeden Menschen zeigt sich nicht darin, wie gut er in theoretischen Streitereien seine Meinung behaupten kann, sondern darin, wie er jeden Moment seines Lebens lebt. Auch im Umgang mit Andersdenkenden.


Und wo etwas fehlt im Umgang mit den Mitmenschen, da kommt das nicht daher, dass jemand zu wenig über das Leben nach dem Tod weiss, sondern daher, dass jemand aus einer falschen Herzenshaltung heraus lebt. Und daran sollte er lieber mehr arbeiten, anstatt einander in Diskussionen um das, was nach dem Tod kommt, mit Argumenten zu erschlagen.
Wenn das bisherige Wissen nicht ausreicht, um damit hier und jetzt aus der Wahrheit zu leben, dann bringen weitere Diskussionen darum garantiert nichts - sie lenken nur vom wirklichen Leben ab, verschieben das 'wahr und wahrhaftig' Sein auf später ...Der Umgang miteinander ist das, was 'real' da ist, das, worum 'theoretisch ' debattiert wird, ist kein Ersatz dafür, in diesem Moment auch aus der Wahrheit zu leben....


Die Suche nach Wissen über das, was genau nach dem Tod kommt - was bringt das denn für das Leben aus der Wahrheit hier und jetzt?
Es bringt doch nur ein bestimmte Motivation für das Tun des Guten.
Man tut dann Gutes, um die Höllenstrafe zu vermeiden oder um für eine nächste Existenz kein schlechtes Karma an zu sammeln.


Und wie es schon in der Bibel heisst, ist das nicht die richtige Motivation.
Wenn unser Handeln aus der vollkommenen Liebe motiviert ist, ist da kein Platz für Furcht vor Strafe oder schlechtem Karma.


1Joh 4,18 Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.


Und genauso wenig - im Gegenzug - ruht sich die vollkommene Liebe auf den Lorbeeren des erreichten guten Karmas oder der aus Gnade im Glauben erlangten Erlösung aus;


Also wozu genau nützt das darauf herum reiten und sich gegenseitig mit Argumenten erschlagen?


Das, was wir zum Leben in Wahrheit und Liebe nötig ist, das ist uns gesagt und das können wir wissen
Wenn es dafür wichtig wäre, genaue Kenntnis über das, was nach dem Tod geschieht, zu haben, dann hätte uns Gott das deutlich genug offenbart, dessen bin ich mir sicher. Und in meinen Augen ist die Suche nach solchen Dingen ein Ausweichen vor dem tatsächlichen Leben in den allergeringsten Kleinigkeiten - wie zB im Umgang miteinander. Nur wer im Allergeringsten treu aus der Liebe lebt, wird das auch im Grossen tun können. Wer das Geringste verachtet, dessen Tun ist auch im Grossen nicht wirklich von der Wahrheit getragen.


Wer fest in der Wahrheit steht und in der Liebe verwurzelt ist, der hat in dieser Hinsicht eine grosse Gelassenheit und ist nicht darauf angewiesen, dass andere seine Meinung bestätigen, indem sie genau so denken.
Paulus hatte diese Gelassenheit:


Phil 3,15 Wie viele nun von uns vollkommen sind, die lasst uns so gesinnt sein. Und solltet ihr in einem Stückandersdenken, so wird euch Gott auch das offenbaren.


Und die 'Vollkommenheit', von der er hier spricht, ist das, was er in den Versen vorher sagt:


12 Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.
13 Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist,
14 und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.


Nicht das, was er selbst schon an Erkenntnis erreicht und was er bereits ergriffen hat - sondern sein Ergriffen-Sein. Deshalb kann er das 'dahinten' loslassen und vergessen. Und sch frei nach vorne ausstrecken und aus dem Vollkommenen schöpfen.
Nicht aus Furcht vor schlechtem Karma nach Vollkommenheit streben oder sich auf seinen Lorbeeren ausruhen und sich über andere, Unvollkommenere in arroganter Überheblichkeit aufschwingen.