
Zitat von
net.krel
Abraham der eine "Stimme hörte" die sich als Gott ausgab und ihn anwies ihm seinen Sohn zu opfern (=töten)...
Heute würde man so was glaub ich eine allgemeingefährliche paranoide Schizophrenie nennen... und diejenigen wo Anzeichen bestehen daß sie solch einer zum Familien-Mord aufrufende Stimme auch noch gehorchen würden in eine geschlossene Psychatrie verwiesen werden zum Schutz der Allgemeinheit als auch natürlich zum Schutz der eigenen Kinder und zu guter letzt zum eigenen Selbstschutz auch noch.
Ja, das stimmt! Sollte man tatsächlich Stimmen aus dem Nichts hören, die einen dazu auffordern den eigenen Sohn zu opfern, empfehle ich auch einen unverzüglichen Besuch in der psychatrischen Ambulanz und anschließend dann viel Spaß und gute Nerven beim Verstoffwechseln der ganzen Neuroleptika, die man dann wohl leider schlucken muss.
Aber, lieber net.krel, ich finde man kann die Bibel und das, was da geschrieben steht, ja auch mal dem wortwörtlichen Sinn entkleiden und stattdessen den darunter liegenden, übertragenen Sinn ins Auge fassen. Da steht die Geschichte dann zwar plötzlich nackig vor einem, aber dessen müssen wir uns nicht schämen. Außerdem ist sie wirklich ansehnlich ;-)
Weißt du, ich wollte lediglich ausdrücken, dass es bei der "geplanten Opferung" von Isaak durch Abraham um ein Zeichen geht, bzw. dass das ein Ausdruck von Gehorsam und vor allem ein Zeichen, bzw. Ausdruck einer grundlegenden spirituellen Haltung ist, die Jesus später einmal so beschrieb:
Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein; und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein. (Lukas 14, 26+27)
Zu dieser Lukasstelle hatte ich schon einmal etwas geschrieben und aufgezeigt, dass es dabei letztlich nicht um hassen geht...http://gnadenkinder.de/board/showthr...eister+eckhart
Gott verspricht dem Abraham ja gegen alle biologische Wahrscheinlichkeit ganz viele Nachkommen. Nachlommen so zahlreich wie die Sterne am Himmel. Deshalb geht es hier nicht um Realität, um die Frage ob die Frau nach der Menopause noch Kinder bekommen kann, oder sowas. Es geht nicht um Hokuspokos, den ein allmächtiger Gott möglich macht, sondern es geht um spirituelle Basics.
Da ist der Glaube, der Gehorsam, die Bereitschaft zur geistigen Armut (alles Lassen um Gottes Willen, ja selbst Gott um Gottes Willen lassen - nichts wollen, nichts wissen, nichts haben), die Achtsamkeit, die Bereitschaft sich führen zu lassen, sich Land geben zu lassen (geistliches Land) und natürlich der allezeit auf Gott gerichtete Blick, das Vertrauen auf ihn.
All das steckt in der Geschichte von Abraham drin. Es steht da wirklich, aber es steht da bildhaft, nicht wortwörtlich. Wortwörtlich stehen da grausame Sachen und wenn wir am wortwörtlichen Sinn stehen bleiben, dann, ja dann kommt man meiner Meinung nach irgendwie nicht weiter...

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net.krel
Nenne mir einen Grund - wertes @Provisorium - warum ich (oder wer auch immer) glauben soll, daß es Gottes Stimme war, die Abraham dazu aufforderte seinen Sohn zu töten? Einen einzigen schlüssigen Grund...
Den kann ich dir nicht nennen, denn es ist für mich völlig ausgeschlossen, dass Gott sowas verlangen würde.

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net.krel
Ich tu es nicht! weil kennt Gott denn nicht jeden Menschen besser als jeder Mensch sich selbst? Hat Gott es also nötig eines Menschen's Gehorsam mit solchen barbarischen Methoden "zu testen"? Wie Kleinkariert und Dumm (und nur allein rein pädagogisch dem Kind gegenüber total kathastrophal daneben... wie will er Vater jemals wieder vertrauen können der ihn ja beinah umgebracht hätte) schätzen die "Gläubigen" dieser Abraham-Geschichte eigentlich Gott ein? Erschreckend... denn wenn sie das glauben... was traun sie Gott alles in seine Schuhe Geschobenes noch zu? Etwa daß er seinen "einzigen Sohn" am Kreuz graußem "opfern" ließ? Ja es sieht fast so aus...
Du kleiner Hitzkopf! :-) Ich mag dich wirklich sehr gerne! Aber ich bin jetzt auch richtig böse auf dich! Jawohl! Du zwingst mich etwas zu tun, was meine Authentizität stark beschädigen könnte. Aber trotzdem tue ich es - dir zu liebe...
Also bitte, bleib' doch nicht beim Wort stehen, beim Wort bleiben doch eher so die Fundis stehen. Und auch wenn es mir wirklich schwer fällt, muss ich jetzt mal den Paulus zitieren:
Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig (2.Korinther 2,6)
So, jetzt habe ich meine Reputation als "Paulus Basher Nummer 1" für den net.krel geopfert! :-) Ob mir das so gut bekommen wird...?
Ne, ist schon klar was ich meine, oder?

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net.krel
Oder soll ich es glauben weil Abraham der Gründungsvater des jüdischen Volkes war und man da ja nur nichts negatives sagen/glauben darf weil sonst ist man ja auf jedenfall ein Antisemit? Deswegen? Ja?
Huuuuuiiii, was du doch für große Bögen ziehen kannst! Aber ne, da verlaufen wir uns, fürchte ich, nun völlig! Um mich herum wird's schon ganz duster. Ich geh' lieber zurück ins Licht und beharre darauf, dass Abraham eine allegorische Figur ist, keine historische. (Oh weh, war das jetzt antisemitisch....?)

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net.krel
Merkst Du das Machtpotential und die Blindheit der "Bibel-Propagandagläubigen" die dahinter steckt?
Ja durchaus! Die habe ich schon am eigenen Leib erfahren dürfen.

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net.krel
Nee ich mach da nicht mit... ihr (Du nicht @Provisorium) könnt mit eurer Bibel von mir aus die schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit noch so schön reden... aber ohne mich. Ich halt am Guten Fest... aber ganz sicher nicht an euren Gräultaten-unter-den-Tisch-kehrenden Biblizismus... ganz sicher nicht.
Richtig so! Bleib dir treu! Auch wenn wir den Biblizismus, so fürchte ich, noch längere Zeit mit Vernunft und Verstand werden füttern müssen, bis er endlich zahm wird, so sollten wir uns doch nicht zu sehr über ihn ärgern. Dahinter stehen ja Menschen und diese Menschen suchen nach Wahrheit und das tun sie wirklich. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass sich das mit dem Biblizismus irgendwann von allein erledigt. Der ist ganz einfach nicht mit der Wahrheit kompatibel.
LG
Provisorium
Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)
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